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Wissenschaftliche Antworten auf die letzten Fragen vor Weihnachten.

Written by Wolfgang Stieler

Der Countdown läuft. Weihnachten nähert sich mit Riesenschritten. Nein, hier finden Sie keine Geschenktipps auf den letzen Drücker. Aber vielleicht ein bisschen Lebenshilfe. Denn Menschen, die eher introvertiert und rational sind, die Problemen lieber wissenschaftlich auf den Grund gehen oder technische Lösungen erarbeiten, für die stellt das kommende Fest der Liebe bisweilen ein kleines Problem dar.

Zum Glück gibt es das Internet – und darin genügend Literatur, um fast alle einschlägigen Probleme im Zusammenhang mit Weihnachten zu lösen: Es gibt wissenschaftliche Empfehlungen für das perfekte Weihnachtsmenü. Es gibt leicht fassliche Einführungen in die Psychologie des Weihnachtsfestes – die auch Aspekte der Geschenke-Auswahl und der zwischenmenschlichen Interaktion behandeln.

Ein hartnäckig unterschätztes Problem für viele Nerds stellt allerdings das Einpacken von Geschenken dar. Das ist auf den ersten Blick überraschend, weil das Problem mathematisch eigentlich wohl definiert ist. Und zwar über die so genannte Wurst-Vermutung. Das ist kein Scherz, Sie können es selbst nachlesen: Für sphärische Objekte in drei Dimensionen ist die optimale Packung, bei der auch am wenigsten Papier verschwendet wird, schlicht die Form einer Wurst – daher auch der Name. Zumindest in drei Dimensionen und für eine relativ überschaubare Anzahl von Objekten kleiner 55. Im fünfdimensionalen Raum sieht das schon ganz anders aus – nicht viel ästhetischer, aber wir schweifen ab.

Die Japaner, in deren Kultur ein gewisser eleganter Minimalismus verankert ist, haben das Verpackungs-Problem dagegen zu einer eigenen Kunstform erhoben. Da werden in der Regel quadratische Tücher gefaltet und geknotet, aber die damit verbundenen Prozesse sind hochgradig nichtlinear. Das lässt sich nicht nur aus den einschlägigen Videos im Netz schließen, sondern auch aus dem Versuch, einem Roboter diese Verpackungskunst beizubringen. Das Paperliegt leider nur auf japanisch vor, aber die Abbildungen vermitteln einen lebhaften Eindruck von der technischen Komplexität.

Zum Glück gibt es seit kurzem eine alternative Lösung: Sie heißt Slimbox und besteht aus einem aufgebohrten Lasercutter mit cleverer Software. Einfach ein Stück Pappe einlegen, die Maße des zu verpackenden Gegenstands eingeben, und die Maschine produziert einen passenden Faltkarton. Das Ding lässt sich sogar per App bedienen. Das wäre dann ja doch noch ein Geschenktip, aber leider gibt es auf der Website weder einen Preis noch ein Lieferdatum. Nur vorbestellen kann man es. Und nächstes Jahr ist ja wieder Weihnachten.


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